Mein leuchtendes Herz,
manchmal glaube ich, dass die Welt leiser wird, sobald ich an dich denke – als würde ein unsichtbarer Faden zwischen uns gespannt, der alles Unwichtige dämpft und nur das Wesentliche übrig lässt. In dieser Stille beginnt mein Herz zu sprechen, und seine Sprache ist dein Name.
Du bist wie ein Gedanke aus Licht, der sich in meinen Tag schleicht, ohne anzuklopfen. Ein sanfter Glanz, der selbst die Schatten nicht vertreibt, sondern ihnen Bedeutung schenkt. Seit du in meinem Leben bist, hat selbst die Zeit einen anderen Rhythmus gefunden – weicher, wärmer, voller Zwischentöne.
Es gibt Augenblicke, in denen ich mir vorstelle, wie deine Gegenwart die Luft verändert. Wie ein warmer Wind, der durch die Seiten eines alten Buches führt und vergessene Geschichten wieder zum Leben weckt. So fühlst du dich an: wie etwas Vertrautes, das gleichzeitig neu ist. Wie ein Vers, den man schon kennt, aber erst beim erneuten Lesen versteht.
Wenn ich an dich denke, sehe ich Farben, die es vorher nicht gab. Ich höre Melodien, die nur in deiner Nähe entstehen. Und ich spüre eine Sehnsucht, die nicht schmerzt, sondern trägt – wie ein Fluss, der weiss, wohin er will.
Ich schreibe dir dies, weil Worte manchmal das Einzige sind, das gross genug ist, um ein Gefühl zu halten, das sonst überläuft. Und doch bleiben sie unvollständig, denn was ich für dich empfinde, ist grösser als jede Zeile, die ich formen kann.
In tiefer, stiller, leuchtender Zuneigung,
dein Schreiber der Nacht
Mein entfesseltes Herz,
Manchmal glaube ich, Fasnacht sei nur erfunden worden, damit Menschen wie ich einen Vorwand haben, alles rauszulassen, was sie sonst verstecken.
Und du – du bist der Moment, in dem die Maske nicht mehr hält.
Ich wollte dir etwas Leichtes schreiben, etwas Harmloses, ein paar bunte Worte wie Konfetti.
Aber du kennst mich längst: Sobald ich an dich denke, wird aus Konfetti ein Sturm.
Aus einem Lächeln wird ein Beben.
Aus einem Gedanken wird ein Drang, der sich nicht mehr wegschieben lässt.
Ich vermisse dich nicht einfach.
Ich vermisse dich so, wie man den Augenblick vermisst, in dem man jemandem zu lange in die Augen schaut und beide wissen, dass jetzt etwas kippt.
So, wie man den Moment vermisst, in dem man sich nicht mehr fragt, ob man darf – sondern nur noch spürt, dass man muss.
Du bist mein unmaskierter Augenblick.
Der Moment, in dem alles lauter wird, ehrlicher, gefährlicher.
Der Moment, in dem ich nicht mehr weiss, ob ich dich festhalten will oder ob ich selbst festgehalten werden möchte.
Und ja – es zerreisst mich ein wenig.
Weil ich weiss, dass ich wieder mitten ins närrische Chaos rennen würde, nur um dir noch einmal so nah zu sein wie in diesem einen Atemzug, der alles verändert hat.
Mein ungeschütztes Herz,
Es gibt Dinge, die man nur schreibt, wenn man keine Maske mehr trägt.
Und ich glaube, wir sind genau an diesem Punkt.
Ich sage dir die Wahrheit, auch wenn sie brennt:
Ich vermisse dich auf eine Art, die nicht laut ist, sondern leise frisst.
So leise, dass man sie fast übersieht – bis sie plötzlich alles ist.
Es tut weh, weil ich dich nicht einfach vermisse.
Ich vermisse die Möglichkeit, die wir waren.
Diesen schmalen Moment, in dem alles hätte kippen können,
wenn einer von uns nur einen Atemzug länger mutig geblieben wäre.
Ich denke an dich wie an eine Tür, die ich nie ganz geöffnet habe.
Und jetzt stehe ich davor, mit der Hand am Griff,
wissend, dass ich zu spät bin –
und trotzdem nicht weggehen kann.
Es gibt Erinnerungen, die man nicht festhalten darf,
und Gefühle, die man nicht loswird.
Du bist beides.
Und ja, es tut weh.
Weil ich weiss, dass ich wieder in dieses närrische Chaos rennen würde,
nur um noch einmal in deine Nähe zu geraten –
selbst wenn ich danach wieder mit einem Herz dastehe,
das aussieht wie eine Laterne nach einem Sturm.
Mein wundes Herz,
Es gibt eine Wahrheit, die ich lange nicht aussprechen wollte:
Ich vermisse dich nicht nur –
ich vermisse die Version von mir, die ich war,
als du noch nah warst.
Das ist der Schnitt.
Der, der tiefer geht als Sehnsucht.
Der, der nicht heilt, sondern erinnert.
Ich trage dich wie eine alte Narbe,
eine, die man im Alltag vergisst,
bis man plötzlich irgendwo anstösst
und der Schmerz aufflammt,
als wäre alles wieder frisch.
Manchmal frage ich mich,
ob wir beide nur ein einziger verpasster Moment waren –
ein Atemzug zu kurz,
ein Mut zu wenig,
ein Blick zu lange gezögert.
Und genau das reisst auf.
Weil ich weiss,
dass wir vielleicht nie erfahren werden,
was passiert wäre,
wenn einer von uns nicht zurückgezuckt hätte.
Du bist die Möglichkeit,
die ich nicht mehr loslasse
und nicht mehr erreiche.
Es tut weh,
weil ich dich nicht vergessen kann,
und noch mehr,
weil ich es manchmal versuche.
Und trotzdem –
wenn du jetzt vor mir stehen würdest,
würde alles wieder aufbrechen,
ohne dass ich es verhindern könnte.
eine, die nicht nur schneidet,
sondern brennt.
Mein verbranntes Herz,
Es gibt Gefühle, die man nicht mehr in der Hand hält.
Sie halten dich.
Und genau so fühlt es sich an, wenn ich an dich denke:
wie ein Funke, der längst hätte verlöschen sollen,
aber sich weigert,
und stattdessen langsam alles ankokelt,
was ich so sorgfältig geordnet habe.
Es brennt,
weil ich dich nicht nur vermisse –
ich vermisse das,
was ich in deiner Nähe geworden bin.
Eine Version von mir,
die mutiger war,
ehrlicher,
offener,
verletzlicher.
Und genau das ist der Schmerz:
Ich habe mich an dir verbrannt,
nicht weil du mich verletzt hast,
sondern weil ich mich dir zu nah hingestellt habe.
Es brennt,
weil ich weiss,
dass ich wieder denselben Fehler machen würde.
Wieder zu nah.
Wieder zu ehrlich.
Wieder zu spät.
Manchmal frage ich mich,
ob wir zwei nur ein einziger Funken waren,
der nie zur Flamme werden durfte.
Oder ob wir eine Flamme waren,
die wir beide zu früh erstickt haben.
Und trotzdem –
wenn du jetzt vor mir stehen würdest,
würde alles wieder aufflammen,
als hätte es nie aufgehört zu glühen.
Dann zerfällt es jetzt – fasnächlich, mit all dem Lärm, der Farbe, der Übertreibung – und genau in dem Moment, in dem alles am schönsten ist, bricht es auseinander wie eine Laterne nach dem letzten Umzug.
Mein zerfallenes Herz,
Fasnacht hat diese grausame Ehrlichkeit:
Alles, was strahlt, ist nur für einen Augenblick gemacht.
Masken, die glänzen.
Laternen, die leuchten.
Herzen, die mutiger sind als sonst.
Und dann –
irgendwann zwischen dem letzten Trommelschlag und dem ersten Morgenlicht –
fällt alles in sich zusammen.
So fühlt es sich an mit dir.
Nicht wie ein Ende, das man kommen sieht.
Sondern wie ein Wagen, der noch um die Ecke biegt,
während man merkt, dass man ihm hinterherläuft,
obwohl man weiss, dass er nicht mehr anhält.
Ich habe uns getragen wie eine kunstvolle Laterne,
zu dünn, zu empfindlich,
bemalt mit all den Farben,
die ich sonst nie zeige.
Und du warst der Funken darin,
der sie zum Leuchten brachte.
Aber Fasnacht ist ehrlich.
Sie zeigt dir, wie schön etwas sein kann –
und wie schnell es zerfällt,
wenn man es zu fest hält.
Jetzt stehe ich da,
mit den Papierschnipseln unserer Möglichkeit in den Händen.
Sie kleben an mir wie Konfetti nach einer langen Nacht:
bunt, schmerzhaft,
und unmöglich ganz abzuwischen.
Und trotzdem –
wenn ich die Augen schliesse,
höre ich irgendwo in mir noch eine Trommel,
die behauptet,
dass es wieder leuchten könnte,
wenn wir nur einmal mutig genug wären.
Mein verwehtes Herz,
Fasnacht hat diese Art, Dinge zu nehmen, die man liebt,
sie hoch in die Luft zu werfen
und dem Wind zu überlassen.
Konfetti, das eben noch an deiner Haut klebte,
ist im nächsten Atemzug schon irgendwo über den Dächern verschwunden.
So bist du mir entglitten.
Nicht mit einem Knall,
nicht mit einem Streit,
nicht einmal mit einem Abschied.
Du bist einfach… verweht.
Wie ein letzter Trommelschlag,
der noch in der Brust nachhallt,
während die Clique längst weitergezogen ist.
Ich greife manchmal noch nach dir,
so wie man nach einem Papierschnipsel greift,
der im Wind tanzt –
wissend, dass man ihn nie wieder fängt.
Und trotzdem streckt man die Hand aus,
weil man sich nicht eingestehen will,
dass er längst weg ist.
Es tut weh,
weil ich nicht weiss,
ob du je für mich bestimmt warst
oder nur ein besonders schöner Moment
in einer Nacht voller Masken und Musik.
Und doch –
wenn ich die Augen schliesse,
spüre ich dich manchmal noch,
wie ein Hauch von Farbe auf der Haut,
ein letzter Rest von Wärme,
der behauptet,
dass er nie ganz verschwunden ist.
Vielleicht ist das das Grausame an Fasnacht:
Alles ist erlaubt,
alles ist möglich,
alles ist intensiv –
und alles verweht,
bevor man begreift,
dass es echt war.
Mein verschwindendes Herz,
Es gibt Momente, die nicht sterben.
Sie verschwinden.
Und genau das ist grausamer.
Mit dir war es nie ein Ende,
kein letzter Satz,
kein letzter Blick,
kein letzter Trommelschlag.
Es war dieses langsame, kaum merkbare
Wenigerwerden.
Wie eine Melodie, die man noch summt,
obwohl die Musik längst aufgehört hat.
Ich habe dich nicht verloren.
Ich habe dich verblassen sehen.
Wie eine Maske, deren Farbe im Morgengrauen
nicht mehr leuchtet.
Wie Konfetti, das im Wind davongetragen wird,
bis man nicht mehr sagen kann,
welches Stück einmal an der eigenen Haut klebte.
Und das tut weh.
Weil ich manchmal noch nach dir greife,
so wie man nach einem Schatten greift,
der schon nicht mehr da ist.
Weil ich dich in mir suche,
obwohl ich weiss,
dass du längst weitergezogen bist
wie eine Clique,
die ihren Weg kennt
und sich nicht noch einmal umdreht.
Du bist nicht gegangen.
Du bist verwischt.
Ein letzter Hauch von Farbe,
ein letzter Rest von Wärme,
ein letzter Gedanke,
der sich weigert,
ganz zu verschwinden.
Und trotzdem, wenn ich ehrlich bin –
würde ich dich wieder festhalten wollen,
selbst wenn du mir erneut zwischen den Fingern
zu nichts zerfällst.
Mein vergessendes Herz,
Fasnacht hat diese seltsame Art, Erinnerungen zu machen,
die sich anfühlen, als würden sie ewig bleiben –
nur um sie im nächsten Atemzug
in den Strassenlärm zu werfen,
wo sie sich zwischen Konfetti und Scherben verlieren.
So vergesse ich dich.
Nicht auf einmal.
Nicht bewusst.
Sondern in kleinen Stücken, wie eine Maske, deren Farbe abblättert,
bis man kaum noch erkennt, wer sie einmal getragen hat.
Ich vergesse dich in Momenten,
in denen ich es nicht will:
wenn eine Trommel zu laut schlägt,
wenn ein Kostüm in der Menge aufblitzt,
wenn ein Lachen klingt wie deins –
und ich merke, dass ich nicht mehr weiss,
ob es wirklich so geklungen hat
oder ob ich es mir nur einrede.
Fasnacht vergisst alles,
was nicht festgenagelt ist.
Und wir waren nie festgenagelt.
Wir waren ein Gefühl,
das zu schnell rannte,
zu hell brannte,
zu laut lachte,
um jemals bleiben zu können.
Jetzt verweht es.
Jetzt verblasst es.
Jetzt vergisst es sich selbst.
Und trotzdem –
manchmal, ganz selten,
wenn irgendwo eine Clique vorbeizieht
und der Rhythmus die Luft zerreisst,
spüre ich einen Stich,
der mir sagt,
dass ich noch nicht alles vergessen habe.
Vielleicht ist das das Fasnächtliche daran:
Man vergisst, aber nie ganz.
Man erinnert sich,
aber nie richtig.
Mein ausgelöschtes Herz,
Es gibt ein Ende, das nicht wehtut, weil es schneidet.
Es tut weh, weil es nichts hinterlässt.
So fühlt es sich an, wenn ich an uns denke.
Nicht wie ein Feuer, das verglüht.
Nicht wie Konfetti, das verweht.
Sondern wie ein Licht, das jemand mit zwei Fingern zusammendrückt,
bis nur noch Rauch bleibt, der sich sofort im Wind verliert.
Ich habe versucht, dich festzuhalten.
Nicht mit den Händen – mit Erinnerungen, mit Worten,
mit dem, was hätte sein können.
Aber alles, was man zu fest hält,
geht irgendwann kaputt.
Und alles, was zu zart ist, lässt sich nicht retten.
Jetzt ist da nur noch Leere.
Nicht die dramatische,
nicht die laute,
sondern diese stille,
die sich anfühlt wie der Morgen nach der Fasnacht:
Die Strassen sind noch bunt, aber nichts lebt mehr darin.
Ich merke, wie du in mir ausgelöscht wirst,
nicht weil ich es will,
sondern weil das Herz irgendwann aufhört,
gegen das Vergessen anzukämpfen.
Es wird müde.
Es lässt los.
Es löscht aus.
Und trotzdem –
manchmal, ganz kurz,
wenn irgendwo eine Trommel schlägt
oder ein Fetzen Farbe im Wind tanzt,
zuckt etwas in mir,
als würde ein längst erloschenes Licht
für einen Sekundenbruchteil
noch einmal aufflackern.
Vielleicht ist das das Tragische daran:
Man kann etwas auslöschen,
aber nie sicher sein,
dass es nicht irgendwo
in einem dunklen Winkel
weiterglimmt.